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Budapest

Schon zu Römerzeiten war Budapest eine Hauptstadt und besaß diese ganz spezielle Art Grandeur, die dem von der Natur Beschenkten eigen ist. Und die Natur meinte es gut mit Budapest. Über 120 heiße Quellen steigen hier an die Oberfläche und sorgten dafür, dass die Römer, die es ja bekannterweise etwas wärmer lieben, Bäder um sie errichteten, um auf diese Weise heimatliche Gefühle zu erzeugen. Noch heute ist Budapest die größte Kurstadt Europas und einzige Kurstadt, die gleichzeitig Hauptstadt ist.

Wo Erholung lockt, kann der Übermut natürlich nicht fehlen. Die Römer errichteten bald protzige Bauten, einen Statthalterpalast und Amphitheater, die den Neid der Barbaren aus dem Osten auf sich zogen. Als diese Völkerwanderung dann vorüber war, nahmen die Slawen, was vom einstigen Glanz übriggeblieben war. Doch die nächsten Interessenten waren nicht weit und machten ihnen die Beute streitig: die Magyaren. Sie waren gekommen um zu bleiben. Stephan I. wurde in Gran zum Jahreswechsel des Jahres 1000 zum ersten König Ungarns gekrönt.

Mitte des 13. Jahrhunderts griffen die Mongolen an, Mitte des 16. Jahrhunderts dann die Türken. Budapest, das zu dieser Zeit noch aus den Orten Buda, Obuda und Pest bestand, hatte dementsprechend viel zu erdulden und wurde von den Mongolen fast gänzlich zerstört, bevor es Sitz eines türkischen Paschas wurde. Bis 1784 übernahm Pressburg die ungarische Hauptstadtwürde. Da sich kein anderer mehr fand, kamen dann noch die Deutschen unter den Habsburgern, um die Türken wieder aus dem Land zu werfen. Deutsch wurde Amtssprache und Budapest Teil der königlich-kaiserlichen Monarchie. Bis Ende des 19. Jahrhunderts war Budapest ähnlich Pressburg mehrheitlich von Deutschen bewohnt.

Entsprechend bunt ist auch die Architektur Budapests. Der südliche Teil der Innenstadt wird beherrscht von der im 19. Jahrhundert erbauten Kettenbrücke. Sie ist die älteste der neun Autobrücken über die Donau. Direkt an der Donau befindet sich auch das herrschaftliche Parlamentsgebäude, das in seiner Pracht in Europa vollkommen einzigartig ist – eine zauberhafte Mischung aus Venedig und London, wenn man so will.

Hinter der Kettenbrücke, auf der Pester Seite, erhebt sich der Gresham-Palast, ein Jugendstilschloß, das aber von einer Londoner Versicherungsgesellschaft erbaut wurde und heute als Hotel dient. Von hier hat man einen kaum zu überbietenden Ausblick auf den Budaer Burgberg und natürlich die Donau. Direkt hinter dem Gresham-Palast überblickt die St.-Stephans-Basilika die Stadt. Ihre luftige Kuppel mit den zwei schon fast maurisch anmutenden Türmen bietet einen gelungenen Kontrast zur eher wuchtigen Architektur des ehemaligen Versicherungsgebäudes.

Interessant ist auch, dass Budapest seine Millenniumsfeier schon 100 Jahre vor der (doch etwas surreal wirkenden) Londoner Millenniumsparty hatte. Während man in London ein Riesenrad baute und eine Investruine namens Millenniumdom in den Themsesand setzte, beschränkte man sich in Budapest auf den Bau einer U-Bahn und eines Platzes – und natürlich eines Dorfs mit 26 Bauernhäusern, Ausstellungspalästen und der obligatorischen mittelalterlichen Burg. Sie steht heute noch im Stadtwäldchen und zieht die Betrachter mit ihrem romantischen Charme in ihren Bann. Ein interessanter Anlaufpunkt auf der Pester Seite ist auch der Heldenplatz. An seinen Seiten findet man die beiden wichtigsten Kunstmuseen der Stadt, das Museum der Bildenden Künste und die Kunsthalle Budapest.

Buda, auf der anderen Donauseite, bietet ebenfalls etwas für’s Auge. Am auffälligsten neben dem Schloß ist wohl die strahlend weiße Kleckerburg namens Fischerbastei, die wirkt, als wäre sie einem jugendlichen Bayernkönig während eines Ostseeurlaubs eingefallen. In ihrem Zentrum erhebt sich die neogotische Matthiaskirche, die ebenfalls eine Besichtigung wert ist. Last but not least thront auf dem Burgberg auch das etwas monumental geratene königliche Schloß mit Nationalbibliothek, Nationalgalerie und Stadtmuseum. Der Vergleich mit dem Prager Hradschin sollte – zu beider Wohl – nicht zu oft gezogen werden.

Zahllose Cafés laden in Budapest zum Verweilen ein. Größtenteils wurden sie in ihrem ursprünglichen Glanz restauriert und bieten ein prachtvolles bis uriges Ambiente zum Menüpunkt Nr. 1: dem Fekete, einem kleinen schwarzen, starken, ungarischen Kaffee. Um ihn herum entwickelte sich in Budapest in den letzten Jahrhunderten eine wahre Dynastie süßer Kleinigkeiten, die man auch heute in den Budapester Cafés und Konditoreien genießen kann: Dobos-Torte, Esterhazy-Torte, Spezialitäten aus Esskastanien, Schokoladenkuchen, Marzipankuchen – meist reicht die Magenkapazität einfach nicht aus.

Neben dieser speziellen süßen Seite Budapests bietet man natürlich auch klassisch ungarische Deftigkeit in allen Preiskategorien an. Gulasch, Wildgerichte, panierter Fisch, alle Arten Suppe, Langos, gefüllte Paprika und das nah verwandte Paprikahuhn können hier in ihrer natürlichen Umgebung erstanden und verzehrt werden. Auch die nötigen Weichmacher darf man nicht verpassen. Neben den bekannten bis berühmten ungarischen Weinen werden hier natürlich auch die stärkeren Kaliber aufgefahren: alle Arten Palinka (ein gehaltvoller Fruchtschnaps) und der bekannte Unicum.