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Galati

Galati hat seine Ursprünge wahrscheinlich bei den Galatern, einem keltischen Söldnerhaufen, der ursprünglich zu den Volcae gehörte und seit dem 3. Jahrhundert v. Chr. hier sein Unwesen trieb. Eine andere Theorie besagt allerdings, dass der Name vom kumanischen Wort für „Festung“ käme. Vielleicht ist aber auch an beidem etwas Wahres dran.

Aus römischer Zeit ist Galatz nur durch einige Siedlungen nachgewiesen. Der eigentliche Ort wird erst 1445 das erste Mal urkundlich erwähnt. Wie der angrenzende Balkan wurde Galatz seitdem immer wieder in die Türkenkriege hineingezogen, durch seine Lage außerdem auch in die Russisch-Türkischen Kriege. Heute ist Galatz hauptsächlich als Hafenstadt von Bedeutung – sowohl als Kriegshafen als auch als letzter Handelshafen, bevor sich die Donau im Donaudelta auffächert.

Architektonisch sticht der 150 Meter hohe Fernsehturm heraus, der 1978 fertiggestellt wurde. Wie der Berliner lädt er mit seinem Restaurant in luftiger Höhe zu einem Ausflug ein. Neben einer Vielzahl anderer erhaltener Kirchen lohnt sich die Besichtigung der St.-Georgs-Kathedrale aus dem 17. Jahrhundert. Weitere Kirchenbauten sind die Bischöfliche Kirche Sf Andrei, die orthodoxe Kathedrale Dunarea des Jos bei der architektonisch ebenso sehenswerten Universität, die befestige Precista-Kirche und die Biserica Sfantul Mina. Wer noch Zeit hat für einen Spaziergang, kann auch die Auwälder der Donau durchstreifen, in denen die Bäume durch den wechselnden Wasserstand groteske Luftwurzeln entwickelt haben.

Die Stadt ist mit 300.000 Einwohnern eine echte Großstadt und hat dementsprechend auch museal vieles zu bieten. Im Museum für Zeitgenössische Kunst werden rumänische Künstler der letzten anderthalb Jahrhunderte vorgestellt, von denen man als Mitteleuropäer wahrscheinlich noch wenig gehört hat. Das Galatzer Historische Museum präsentiert eine Vielzahl Fundstücke aus vorgeschichtlicher Zeit, aus der Zeit von Kelten, Römern und Dakern und natürlich auch aus den Jahrhunderten danach. Im Naturhistorischen Museum schließlich kann man neben den exotischen Sammlungen einen botanischen Garten und ein Planetarium besuchen. Was für Bulgarien gilt, gilt allerdings auch hier: eine wahre Schatzgrube verbirgt sich im Hinterland, man denke nur an die beachtenswerten mittelalterlichen Klöster und Kirchen, die in den verschlafenen Orten Rumäniens auf Besucher warten.

Galatz liegt an der Grenze von vier rumänischen und ehemals rumänischen Regionen: der Walachei, Dobrudscha, Moldawien und Bessarabien. Entsprechend vielseitig ist auch die Esskultur im Donauwinkel. Deftige Suppen – Ciorba – und süße (Supa), der weit verbreitete Feta, hier Telemea genannt, Mici, die rumänische Ausgabe der Cevapcici, Pastrami (geräuchertes Rindfleisch in Paprika) umrahmen den Mittelpunkt, in dem die Mamaliga steht, eine Art rumänische Polenta.

An Süßem gibt es die Clatita (Palatschinken), Placinta (Kuchen), Turta dulce (Torte oder Kuchen), Coliva (gekochter Weizen mit Zucker und Walnüssen) und Papanasi (Krapfen). Rumänien ist außerdem seit drei Jahrtausenden ein ausgezeichnetes Weinanbaugebiet, und Bier nach deutschem Rezept blickt ebenfalls auf eine lange Tradition zurück.