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Linz

Es gibt wohl keine andere Stadt in Österreich, die sich ähnlich dynamisch und jugendlich präsentiert wie Linz. Dabei hat Linz ja für den Geschichtsliebhaber genug zu bieten – mehr jedenfalls, als die kurze Episode als des Führers Lieblingsstadt, mit der man hier immer noch seine Probleme hat. Da man sich bisher aber nicht dazu durchringen konnte, das Stadtzentrum einfach wegzusprengen, wurstelt man sich weiter durch. Dass Linz für kurze Zeit im 15. Jahrhundert sogar die Hauptstadt des Heiligen Römischen Reichs war und durchaus ein Recht hat, auf seine Geschichte stolz zu sein, wird unter einem derart langen Schatten leider immer noch zu wenig beachtet.

Linz blickt auf eine lange Geschichte zurück, die immerhin zweieinhalb Jahrtausende zurückreicht. Schon zu dieser Zeit sind hier mehrere befestigte Keltensiedlungen nachgewiesen, und auch die Römer errichteten hier ein Kastell. Unter den Babenbergern wurde die Siedlung planmäßig zur Stadt entwickelt, nach dem Dreißigjährigen Krieg barock umgestaltet. Im Dritten Reich schließlich sollte die gesamte Stadt nach Hitlers Wünschen umgebaut werden. Das meiste davon wurde aber nicht mehr realisiert, im Stadtzentrum zeugen heute nur noch die Nibelungenbrücke und die beiden Brückengebäude vom damaligen Baustil.

Als Kontrapunkt zur Hitler-Architektur errichtete man in den letzten Jahren zwei gigantische ultramoderne Kulturtempel am Flußufer, die einzigartige Museen beherbergen. Das eine ist das Ars Electronica Center (das ständige Museum zum jährlich stattfindenden Happening mit Preisverleihung), das andere das Kunstmuseum Lentos. Beide sind absolut sehenswert und wären eher einer europäischen Hauptstadt würdig. Zudem finden jährlich zahlreiche Festivals statt, die betont weltoffen ein sonniges Licht auf Linz werfen.

Beim entspannten Bummel durch die Altstadt locken die zahlreichen Kirchen der Stadt, ebenso wie weitere Museen und über 30 Galerien. Beispiele für sehenswerte Kirchen sind die Martinskirche aus der Karolingerzeit, der neugotische Mariä-Empfängnis-Dom, gleichzeitig größte Kirche Österreichs, der Alte Dom von 1669 und die Wallfahrtsbasilika Pöstlingberg, die hoch über Linz thront. Zu ihr gelangt man über die steilste zahnradlose Bergbahn der Welt, die Pöstlingbergbahn. Dort angekommen lohnt auch eine Fahrt mit der Grottenbahn, einer touristischen Rundbahn im Kleinbahnformat.

Das Linzer Schloß aus dem 8. Jahrhundert beherbergt das Stadtmuseum, und natürlich gibt es noch einige andere - und, wie man es in Linz mag - ganz eigene Museen. So findet man hier das Zahnmuseum, das Cowboymuseum Fatsy, das StifterHaus (Wohnhaus von Adalbert Stifter), das Architekturforum Oberösterreich und auch einen weltberühmten botanischen Garten, der jährlich über 100.000 Besucher anlockt.

Die oberösterreichische Küche, die nah verwandt ist mit der bayrischen, drapiert sich vor allem um kernige Fleischspeisen. Schweinsbraten mit Knödel und Sauerkraut gehören ebenso dazu, wie Gulasch oder gefüllte Paprika, die während der königlich-kaiserlichen Zeit hinzuwanderten. Auch Bratl und Geselchtes gehören auf den einheimischen Teller. Das überall um Linz herum in rauen Mengen produzierte Bier hat natürlich auch hierzulande sehr viele Anhänger - wer es ohne Blubbern mag, greift halt zum Most. Und nach Appetitmachern und Verdauungsanregern braucht man bei einem landestypischen Menü nicht zweimal zu fragen. Die bekannteste Linzer Kulinarie allerdings kommt aus dem Süßwarenbereich: Die Original Linzer Torte, die sogar als Mitbringsel das meistverkaufte Linzer Produkt ist.