Donaukarte mit Hafenstädten zum Anklicken Regensburg Passau Linz Melk Wien Bratislava Budapest Esztergom Novi Sad Belgrad Ruse Galati

Novi Sad

Die Ursprünge von Novi Sad, oder Neusatz, gehen zurück auf eine ungarische Klostergründung der Zisterzienser, das Kloster Belefon. Im Mittelalter siedelten sich in der Umgebung des Klosters Slawen an, wie auch in vielen anderen Orten Europas Klostergründungen Menschen aus dem Umland anzogen. Nachdem im 16. Jahrhundert die Osmanen den Ort erobert hatten, waren es 1697 die Österreicher, die durch den Bau einer Festung am gegenüberliegenden Ufer, der Peterwardeiner Festung, und durch den Sieg über die Türken genau da, eine Neubesiedlung möglich machten.

Neoplanta, Neusatz oder Novi Sad, damals noch Ratzenstadt genannt, entwickelte sich von einem Brückenkopf der Festung Peterwardein schnell zu einer freien Stadt. Schon im 19. Jahrhundert galt Novi Sad als "größte serbische Stadt der Welt" – obwohl sie bis zum ersten Weltkrieg Teil Ungarns bleiben sollte. Von serbischen Enthusiasten wurde ihr auch der Beiname "serbisches Athen" verliehen, weil sie Literaten, Denker und Musiker aus dem ganzen serbisch bewohnten Umland anzog. Heute ist Novi Sad die zweitgrößte Stadt in Serbien und zieht Händler wie Touristen gleichermaßen in ihren Bann.

Besonders die neogotische Marienkirche erhebt sich weithin sichtbar aus dem Stadtbild. Sie wurde 1892 als Ersatz für den in Verfall geratenen Vorgängerbau errichtet. Sie ist 72 Meter hoch und wird von den Einwohnern der Stadt liebevoll auch "die Kathedrale" genannt. Auf der rechten Donauseite erhebt sich majestätisch die Festung Peterwardein, zu ihrer Zeit die größte Festung Europas. Bei ihrer Erbauung wurde der ganze Berg durch Tunnel und Gewölbe durchsiebt, die zusammen 16 km Länge besitzen. Das ehemalige Waffenlager beherbergt das Stadtmuseum von Novi Sad.

Unterhalb der Festung liegt die katholische Gemeindekirche des Heiligen Georg. Schon drei Vorgängerfestungen wurden auf dem Burgberg nachgewiesen: das römische Kastell Cusum, die mittelalterliche Festung Petrikon, außerdem ein Zisterzienserkloster aus dem 13. Jahrhundert. Weiterhin sehenswert sind auch das Museum der Vojvodina und das Theatermuseum der Vojvodina.

Die Serbische Küche vereint starke südländische Einflüsse mit der klassischen österreichisch-ungarischen. Besonders scharfe Fleischspeisen, aber auch zahlreiche Suppenvariationen, Fischspezialitäten und die typischen Gerichte mit Schafskäse findet man überall. Giros, Cevapcici, Biftek, Lammbraten, Raznjici, Som und Schüttelfleisch sind typische Vertreter dieser Zunft. Und was nicht auf den Teller passt, findet sich auch hier, wie in Ungarn, am Ende in der Suppe wieder - egal, ob Fleisch, Fisch, Gemüse oder Innereien.

Dazu trinkt man hier, wie in ganz Osteuropa, einen ordentlichen Sliwowitz, der aus den reichlich vorhandenen Pflaumen destilliert wird. Überhaupt ist Serbien eines der Hauptanbaugebiete für Obst in Europa, und so stehen auch zahlreiche andere Schnaps- und Likörsorten auf der Tagesordnung. Abgesehen davon werden hier auch herrliche Weine gekeltert und auch das Bier ist annehmbar.

Die Auswahl an süßen Nachspeisen und Gebäck kann man erahnen, wenn man sich eine Mischung aus österreichischer und türkischer Konditoreikunst vorstellt: Alle Arten Krapfen, Kipferln, Nockerln, Schnitten, Torten gibt es hier in ihrer serbischen Variation, dazu Baklava und Tulumbe, und zudem einige leckere Spezialitäten der Eingeborenen, wie Ratluk, Slatko und Salcici.