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Passau

Passau liegt auf einer Halbinsel, direkt an der Grenze zu Österreich. Hier fließen Inn und Ilz an exakt derselben Stelle in die Donau, was die Passauer dazu bewog, ihrer Heimatstadt den Beiname "Dreiflüssestadt" zu schenken.

Schon vor der Römerzeit befand sich am selben Ort das Dorf Boiodurum (Festung der Bojer, eines keltischen Stammes). Nach der Zeitenwende wurde es von den Römern erobert und Castra Batava genannt (Burg der Bataver, eines germanischen Stammes, der römische Söldner stellte). Nach der Völkerwanderungszeit wurde hier eine Herzogsburg der Bajuwaren errichtet, das Dorf ging in Klosterbesitz über. Ab 1000 war es Bischofssitz, ab 1217 Fürstbistum.

Auch sonst spielte die Religion in Passau eine besondere Rolle. Das älteste protestantische Gesangbuch, der "Ausbund", wurde in Passau in Kerkerhaft gedichtet. In den Jahren 1535 bis 1540 waren hier mehrere Täufer inhaftiert, die dieses Werk zusammen erschufen, das heute noch von Mennoniten-Gemeinden in aller Welt verwendet wird.

Häufige Überschwemmungen waren einer der Nachteile, die die günstige Handelslage an der Donau und ihren Nebenflüssen mit sich brachte. Doch die stärkste Umgestaltung zog der Stadtbrand von 1652 nach sich. Nachfolgend erhielt Passau sein heutiges barockes Aussehen. Zwei Baumeister aus Italien, Carlone und Lurago, drückten Passau ihren Stempel auf.

1803 schließlich endete die Unabhängigkeit Passaus und die Zeit als Fürstbistum. Im Zuge der napoleonischen Kriege und der damit einhergehenden politischen Umwälzungen kam Passau - wie viele andere Städte - endgültig an Bayern.

Von besonderem Interesse bei einem Besuch Passaus ist der Sitz des Passauer Bischofs, der Dom St. Stephan. Seine Ursprünge hat er in einer Kirche, die schon in antiker Zeit, bereits um das Jahr 450, existierte. In den Jahren 1668 bis 1693 wurde der Dom von Carlo Lurago neu erbaut im Stil des italienischen Barock. Er ist der größte Barockdom nördlich der Alpen und prägt, zusammen mit dem Rathaus, das Stadtbild. In ihm befindet sich die größte Domorgel der Welt, mit 17.974 Pfeifen und 233 Registern.

Was dem Reisenden sofort ins Auge sticht: Die unterschiedliche Herkunft der drei Gewässer Donau, Inn und Ilz (der Inn kommt von den kalkhaltigen Alpen, die Donau aus einem ruhigen schwebstoffarmen Tal und die Ilz aus einem Moorgebiet) führt dazu, dass die Donau nach dem Zusammenfluss 3 Farben hat: Grün, Blau und Schwarz.

Direkt am Donauufer befindet sich das mittelalterliche Rathaus mit einem 38 Meter hohen Turm. Weiter auswärts am Zusammenfluss der drei Flüsse findet man die sogenannte Ortspitze - eine kleeblattförmige Bastion aus dem Jahr 1531. Auch sie ist einen Abstecher wert. Sie sicherte früher die Flusstäler nach Osten. Sehenswert sind weiterhin die ehemalige Jesuitenkirche St. Michael ganz in der Nähe des Rathauses, das ehemalige Benediktinerinnenkloster Niedernburg und die Wallfahrtskirche Mariahilf, die im Süden die Stadt überblickt.

Passau ist reich an Museen, Burgen und Schlössern: Das Passauer Glasmuseum mit einer berühmten Sammlung von Böhmischem Glas, das Museum Moderner Kunst (MMK), das Diözesanmuseum, über der Stadt die mächtige Veste Oberhaus mit dem Oberhausmuseum, unterhalb die Veste Niederhaus. Weiter unterhalb dann der letzte Rest des Schlosses Eggendobl, ein spätgotisches Herrenhaus mit barocker Fassade. Noch weiter außerhalb befindet sich das Schloß Freudenhain, jetzt ein Gymnasium; im Ortsteil Hals, jenseits der Ilz, findet man dann die Burgruine Hals. Wer es gruselig mag, kann den Pranger besichtigen, der sich immer noch vor dem Rathaus in Hals befindet.

Gegenüber, auf der rechten Donauseite, in der Innstadt, kann der interessierte Besucher gut erhaltene Reste der mittelalterlichen Wehranlage besichtigen: das Severinstor, der Peichterturm, Reste der Stadtmauer mit ihren Türmen und Zwinger. Hier kann man dann auch das Römermuseum besuchen, mit den Ausgrabungen des antiken Kastells Boiotro, dem Ursprung der Innstadt.

Passau bietet alles, was man sich an gut bayrischer Küche wünschen mag: Von der herzhaften Brotzeit bis zur fangfrischen Forelle und den mit Käse überbackenen Kasspatz'n findet man hier, was das Herz begehrt. Vergessen darf man natürlich auch nicht die Vielfalt an Fleischgerichten, die verschiedenen Sorten Knödel und die schon sprichwörtliche deftige, herzhafte, kernige oder einfach g'scheite Brotzeit. Beim Bummel durch die Stadt locken zudem die traditionell bayrischen Biergärten, die bei einem vollmundigen Weißbier oder einem kernigen Doppelbock zum Ausspannen einladen.