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Regensburg

Wer sich für das Mittelalter interessiert, kommt an Regensburg nicht vorbei. Regensburg hat immerhin die größte mittelalterliche Altstadt Deutschlands, und sie ist weitestgehend erhalten geblieben. Hier mischt sich große Geschichte mit beschaulicher Romantik, bürgerlicher Reichtum mit mittelalterlicher Exotik. Und nicht nur Fachwerk-Idylle lockt hier. Denkt man an Geschlechtertürme, kommen jedem Toskana-Urlauber natürlich Tränen in die Augen: In Regensburg kriegt man sie als Beilage. Denn hier befindet sich die größte Zahl von ihnen nördlich der Alpen.

Erst Keltische Siedlung, Legionslager Marc Aurels und Provinzzentrum, dann Hauptsitz der bajuwarischen Herzöge und Begräbnisstätte der Karolinger; doch die größte Bedeutung erlangte die Stadt an der Mündung von Naab und Regen ab dem Hochmittelalter. Der Fernhandel sollte die Bürger reich machen. So konnte man architektonische Meisterleistungen finanzieren, wie den Bau der Steinernen Brücke, die in ganz Europa Brückenbauten inspirierte, von London bis nach Prag. Der andere wichtige Wendepunkt in der Geschichte der Stadt war das Jahr 1594: Seitdem fanden die Reichstage nur noch in Regensburg statt. So wurde 1630 Wallenstein in Regensburg abgesetzt, und 200 Jahre später das Deutsche Reich an dieser Stelle aufgelöst.

Bei all dem Einzigartigen, das Regensburg zu bieten hat, läuft man als Tourist leicht Gefahr, die Schönheit des Ortes selbst zu vernachlässigen. Eine Besichtigung der Steinernen Brücke, des Rathauses mit dem Reichssaal und der unversehrt erhaltenen Herzogspfalz mit ihrem Römerturm sind zunächst Pflicht, wenn man in der Stadt ist. Schon hier locken Regensburger Rekorde, wie die älteste Imbißbude der Welt, die sich gleich neben der Steinernen Brücke befindet – und ein sagenhaftes Alter von 800 Jahren aufzuweisen hat! Über Geschmack und Preis kann man sich allerdings streiten – kein Wunder, nach all den Jahren!

Ebenfalls dort findet man mehrere Stadel, Umschlagslager, wie man sie eher aus norddeutschen Städten kennt. Ein anderes Unikat, das Regensburg mit Trier verbindet, ist die noch aus der Römerzeit stammende Porta Praetoria am Bischofshof, eines der römischen Stadttore. Daneben gibt es noch an mehreren Stellen der Stadt Reste der ehemaligen Kastellmauer zu bestaunen. Von den schon erwähnten Wohntürmen ist der größte in Deutschland der Goldene Turm, aber auch das Goliathhaus, das Runthingerhaus und das Zandthaus lohnen den Besuch. In Regensburg befindet sich auch eines der ältesten Pfandhäuser Deutschlands, sehenswert ist weiterhin das Ostentor, einstiges mittelalterliches Stadttor, auch das Schloß Emmeran derer von Thurn und Taxis kann besichtigt werden. Regensburgs architektonischen Mittelpunkt bildet der Dom St. Peter, das wichtigste gotische Bauwerk Bayerns. Ähnlich bedeutsam sind die Kirche St. Jakob mit ihrem weltberühmten Schottenportal und die über tausendjährige Stiftskirche "Unserer Lieben Frau" in ihrem prachtvollen Rokoko-Gewand.

Will man all die Museen aufzählen, die Regensburg zu bieten hat, braucht man schon etwas länger: Historisches Museum, Keplergedächtnishaus, Reichstagsmuseum, Galerie "Leerer Beutel", document Neupfarrplatz (Ausstellung über Synagoge und Judenviertel), Naturkundemuseum, Reptilienzoo in Burgweinting, Bistumsmuseen, Fürstliche Schatzkammer Thurn und Taxis, Marstallmuseum, Kunstforum Ostdeutsche Galerie, das Donau-Schiffahrts-Museum, Brückturmmuseum, Uhrenmuseum, Golfmuseum, Postmuseum, Dinoraeum. Feldbahnmuseum Friedrichzeche... und die Liste endet hier noch nicht.

Überall in der Stadt findet man Möglichkeiten, auch dem Magen etwas Gutes zu tun. Die bayerische Küche hat natürlich mehr zu bieten, als die stereotype Weißwurst mit grobem Senf. Die typisch bayerischen Dampfnudeln zum Beispiel, eine Mischung aus angebratenen Klößen und Germknödeln, oder eine wuchtige Schweinshaxe mit Sauerkraut. Auch böhmische Knödel findet man hier öfters, und natürlich die überall präsente Brotzeit. Dass man vor allem Fleischspeisen in Bayern in allen möglichen Variationen serviert bekommt, dürfte ja bekannt sein. Eine gewisse Vorliebe für exotische Körperteile sollte man allerdings mitbringen, will man das kulinarische Angebot auch auskosten. Wer nichts gegen Körperenden, Brustdrüsen oder die inneren Werte eines ordentlichen Landviehs hat, ist hier gut aufgehoben. Die anderen müssen halt mit Reiberdatschi, Kasnocken oder allen Arten Süßspeisen vorliebnehmen. Kompromisslos einfache Leckerbissen aus Teig sind das Markenzeichen des bayerischen Desserts, man denke nur an Germknödel, Krapfen, Auszogne oder Scheiterhaufen. Auch die Bayerische Creme verdient hier Beachtung.

Den stimmungsvollen Getränken ist der Bayer seit jeher zugetan, wie alle Welt weiß – und wie auch die bayerischen Arbeitgeber wissen. Hier dient Bier noch der wohlverdienten mittäglichen Erfrischung von der harten Fron.Und vom Bier "hat" es hier ja ausreichend Sorten zur Auswahl. Auch die Anzahl verschiedener Kräuterschnäpse aus der Region ist beachtlich, sodass auch das schwerste Essen seinen Weg durch den Magen finden wird.